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2 min

Aktualisiert am 25 Jan, 2023

Veröffentlicht am 6 Jul, 2022

Signaturbild und elektronische Signatur: Welche Rechtswirkung besitzen sie?

Mann vor seinem Laptop
Dominik Drechsler

Dominik Drechsler

Country Manager Germany @Yousign

Illustration: LĂ©a Coiffey

Übersicht

Wenn Sie schon einmal Dokumente digital unterschrieben haben, so haben Sie sich sicherlich gefragt: Wieso werden mir verschiedene Möglichkeiten der Unterschrift angezeigt, nÀmlich ein vorgegebener Text mit meinem Namen, ein Feld um meine Signatur hÀndisch zu malen bzw. erstellen oder die Möglichkeit mein eingescanntes Signatur-Bild digital hochzuladen?

Da wir diese Frage auf unserer Website und per Mail sehr oft gestellt bekommen 😉, liefern wir Ihnen hier die Antwort.

 1. Elektronische Signatur: Rechtswirkung

FĂŒr alle elektronische Signaturen gilt in Europa die eIDAS-Verordnung, die die Regeln fĂŒr ihre Verwendung festlegt.

Die elektronische Unterschrift (eng. e-Signature) muss eine Reihe von Kriterien erfĂŒllen. Die wichtigsten sind: 

1ïžâƒŁ die Identifizierung des:der Unterzeichnenden, 
2ïžâƒŁ der Nachweis fĂŒr die Zustimmung des:der Unterzeichnenden,
3ïžâƒŁ die Garantie fĂŒr die IntegritĂ€t des Dokuments, das heißt, dass dessen Inhalt ĂŒber die Zeit unbearbeitet und vollstĂ€ndig bleibt.

⚠ Eines muss klar sein: Es genĂŒgt nicht, ein Bild einer Signatur zu erstellen und in ein digitales Dokument einzufĂŒgen, damit es rechtsgĂŒltig wird. 

Nur das digitale Zertifikat, das direkt mit dem Verfahren der elektronischen Signatur verbunden ist, belegt die Rechtswirkung, und nicht das rein visuelle Signatur-"Bild", das auf dem digitalen Dokument eingefĂŒgt wird.

☝ Gut zu wissen: Die elektronische Signatur verwendet ein immaterielles und unsichtbares kryptografisches Verfahren, das das elektronische Zertifikat mit den unterzeichneten Daten verbindet und diese in das unverĂ€nderbare PDF-Format integriert.

Das visuelle Signatur-"Bild"

Das sichtbare Signaturbild kann wahlweise auf verschiedenen Wegen erstellt werden:

  • Per Name in vorgeschlagener Schreibschrift seitens der Software,
  • Per Freihandzeichnung der Signatur in einem extra dafĂŒr vorgesehenen Feld
  • oder per Hochladen eines eingescannten Signaturbildes (Upload)

Dieses offensichtliche, visuelle digitale Signaturbild als solches, egal in welcher Form Sie es auf Ihr digitales Dokument einfĂŒgen, hat im Wesentlichen eine psychologische und kosmetische Wirkung: Es dient lediglich zur materiellen Darstellung der Zustimmung des:der Unterzeichnenden. 

Im Umkehrschluss heißt das, egal welche der drei möglichen Signaturtypen Sie zur digitalen Signatur mittels einer zertifizierten Software verwenden, die Rechtswirkung von allen ist dieselbe und unterscheidet sich nicht.

Visuelle Yousign-Signatur
Das sichtbare Signaturbild zur materiellen Darstellung

Hinweis: Daraus folgt, dass die auf Papier ausgedruckte Fassung des auf elektronischem Wege signierten digitalen Dokuments nicht als rechtsverbindlich betrachtet wird.

Das Argument, dass der vorgegebene Text bspw. optisch gar nicht der Unterschrift entspricht, die man manuell leisten wĂŒrde, ist nicht valide.
Der Rechtswert einer e-Signatur stammt immer aus den aufgezeichneten Daten wĂ€hrend des Signaturprozesses, die in einer sogenannten PrĂŒfdatei festgehalten werden (engl. Audit Trail). Das Aussehen der visuellen Signatur spielt dagegen keine Rolle.

Im Streitfall ist es deshalb die PrĂŒfdatei, die es erlaubt, das elektronische Signaturverfahren technisch nachzuvollziehen. Wie? Durch die Bereitstellung der Informationen, die fĂŒr den ordnungsgemĂ€ĂŸen Ablauf dieses Verfahrens verwendet wurden, insbesondere das verwendete Zertifikat.

Auch fĂŒr die Verwendung der elektronischen Initialen (=Paraphierung) mit unserer Yousign-Lösung gilt derselbe Grundsatz: keine tatsĂ€chliche Rechtswirkung, nur eine RĂŒckversicherung fĂŒr die Unterzeichnenden.

Elektronische Yousign-Initialen
Die sichtbaren elektronischen Initialen (Paraphierung) haben keine tatsÀchliche Rechtswirkung.

2. Der Fall eines eingescannten Bilds einer handschriftlichen Unterschrift

Hierbei handelt es sich um die digitale Abbildung einer handschriftlichen Signatur. 

Die gescannte Unterschrift wird durch ein Digitalisierungs-Verfahren (oder Scan) eines zuvor handschriftlich unterzeichneten Papierdokuments, das in eines der digitalen Formate (.doc, .pdf usw.) umgewandelt wurde, erhalten.

Eingescannte Unterschrift
Eine gescannte Unterschrift ist ein Bild

⚠ ACHTUNG: Eine eingescannte handschriftliche Unterschrift ist aus mehreren GrĂŒnden nicht rechtsgĂŒltig:

  • Der:die Unterzeichnende kann nicht eindeutig identifiziert werden.
  • Die Einwilligung in die Pflichten, die sich aus dem Dokument ergeben, kann nicht nachgewiesen werden.

Sie erfĂŒllt nicht die Anforderungen der eIDAS-Verordnung, weil sie nicht fĂ€lschungssicher ist.

Zum Beispiel kann die Signatur mit einer Bildbearbeitungssoftware (DTP / Desktop-Publishing) ganz einfach geÀndert oder identisch nachgeahmt werden!

Zudem ist ein handschriftlich unterzeichnetes und danach eingescanntes Dokument kein Original und muss als eine Kopie betrachtet werden.

Hinweis: Auch wenn ein Schritt zur Authentifizierung der IdentitĂ€t der Unterzeichnenden hinzugefĂŒgt wird (z.B. durch einen SMS-Code), bleibt die eingescannte Unterschrift anfechtbar, da sie die IntegritĂ€t des unterzeichneten Dokuments nicht gewĂ€hrleisten kann.

Bei einem Gerichtsverfahren besitzt sie eine geringere Rechtskraft als die elektronische Signatur, sodass Sie in rechtlicher Hinsicht weniger gut geschĂŒtzt sind.

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Fanden Sie diesen Artikel nĂŒtzlich, um die eSignatur besser zu verstehen? Wir freuen ĂŒber Ihr Feedback! 😀

Und vergessen Sie nicht: Das Signaturbild, das bei einem elektronischen Signaturverfahren auf einem digitalen Dokument sichtbar ist, hat keine Rechtswirkung. Nur das immaterielle und unsichtbare Zertifikat bewirkt die Rechtskraft!

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Dieses Dokument wird nur zu Informationszwecken zur VerfĂŒgung gestellt. Wir ĂŒbernehmen weder eine Garantie fĂŒr deren VollstĂ€ndigkeit noch fĂŒr deren AktualitĂ€t im Hinblick auf die geltenden Vorschriften. Schließlich ist dieses kein Ersatz fĂŒr eine Rechtsberatung.

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