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Digitale Kultur, was ist das?

Digitale Kultur
Julie Jung

Julie Jung

Customer Success Officer @Yousign

Illustration: Gawon Lee

Heute ist die Digitalisierung in aller Munde und man spricht vom digitalen Zeitalter. So wie es das Tertiär, die Eiszeit usw. gab, befinden wir uns nach Meinung vieler jetzt im digitalen Zeitalter. 

Worin besteht also dieses Konzept, von dem so viel gesprochen wird? Gibt es tatsächlich eine digitale Kultur? Wenn ja, was versteht man darunter?
Wenn auch Sie sich diese Fragen stellen, sind Sie hier genau richtig!

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Was bedeutet eigentlich „digital“?

Natürlich sollten wir, bevor wir uns mit dem Konzept „digitale Kultur“ befassen, eine klare Vorstellung davon haben, was der Begriff „digital“ eigentlich bedeutet. 
Als Ausgangspunkt (weil auch wir die Weisheit nicht mit Löffeln gefressen haben) haben wir uns im Lexikon schlau gemacht. Das Mindeste, was man dazu sagen kann, ist, dass das Lexikon nicht gerade hilfreich ist: 

Digital: Veraltet. Anglizismus, nicht empfehlenswert. Synonym für numerisch.

Das bringt uns nicht viel weiter. Offensichtlich ist, dass digital vom Englischen „digits“ - Zahlen - kommt. Das gilt zum Beispiel für eine digitale Geschwindigkeitsanzeige im Auto, im Gegensatz zum analogen Tachometer mit Zeigern. Ok, aber das hilft uns auch nicht, denn der Blog von Yousign ist kein Blog einer Autozeitschrift!

Im weiteren Sinne bedeutet digital auch „den Finger, die Hand betreffend“. Dann brauchen wir nur unsere Smartphones ansehen, die vollständig taktil sind, die wir also durch Berührung mit der Hand oder dem Finger bedienen. 
Ausgehend von unseren Smartphones hat sich rund um „Smart“-Konzepte, in deren Zentrum unser Smartphone steht, ein ganzes Ökosystem entwickelt:

  • Smart Home
  • Touchscreens
  • Internet der Dinge (IoT)
    usw. 

All dies gehört zu einer digitalen Sphäre, deren Knotenpunkt unser Smartphone ist, das wir mit den Fingerspitzen steuern! 

Eine neue Verbindung zwischen Raum und Zeit

Natürlich hat die Digitaltechnik vieles verändert. Jedes neue Paradigma ist mit neuen Gewohnheiten verbunden, die die etablierte Ordnung umstoßen. 

Der Einzug der Digitaltechnik hat unser Verhältnis zu Zeit und Raum, insbesondere im Unternehmen, von Grund auf verändert. 

Die wiederkehrenden Gesundheitskrisen und Lockdowns haben es eindrucksvoll bewiesen: Digitale Zeit ist nicht unbedingt Unternehmenszeit. Zahlreiche digitale Tools ermöglichen es den Mitarbeitern heute, auf asynchrone Weise, also nicht gleichzeitig, zu arbeiten, ohne dass dies zu Effizienz- oder Produktivitätseinbußen führt. Die Zeit im Unternehmen wird dadurch fragmentiert.  

Im Handel erwarten die Kunden heutzutage, dass ein Produkt immer verfügbar ist, um ihre Bedürfnisse an Unmittelbarkeit und Allgegenwart zu erfüllen. Wenn wir dies auf die elektronische Signatur umsetzen (und das können wir am besten!), erwarten die Kunden heutzutage, dass sie diese Unterschrift jederzeit und überall leisten können. 

Damit kommen wir zu unserem eigentlichen Thema!
Heute haben wir deutlich veränderte Arbeitsweisen, und Flexibilität ist das Gebot der Stunde. Für die Kund*innen gilt wie für die Mitarbeiter*innen: Es gibt vielfältige Arten der Arbeit, denn mit der Digitaltechnik haben wir die geografischen Grenzen überwunden. Wer kann heute noch sagen, dass es für einen Mitarbeiter oder eine Mitarbeiterin unbedingt nötig ist, jeden Tag im Büro zu erscheinen? Die allermeisten Tätigkeiten können heute aus der Ferne ausgeführt werden, und das Büro hat nicht mehr dieselbe Funktion wie früher: Es ist heute viel mehr ein Instrument für soziale Bindungen als ein Ort, an dem man arbeitet.

Digitale Kultur in den Unternehmen: ein entscheidendes Instrument

Der Begriff Kultur wird im Lexikon viel ausführlicher behandelt:

Gesamtheit der materiellen und geistigen Erscheinungen, die eine Gruppe kennzeichnen …  

So sprechen wir von deutscher Kultur, amerikanischer Kultur usw. Dies sind Grundbedingungen, die so tief in jedem Individuum verwurzelt sind, dass sie uns definieren. 

Die Verwendung des Wortes Kultur, um von Digitalisierung zu sprechen, hat absolut ihre Berechtigung. Dies bedeutet, dass die Digitaltechnik tief in der DNA eines Unternehmens verankert sein muss, damit es sich vor allem als digitales Unternehmen definiert, mit allen Merkmalen, die das beinhaltet.  

Über die Einführung von digitalen Arbeitsmitteln oder digitalen Prozessen hinaus, kommt somit eine digitale Kultur vor allem in den Werten, die das Unternehmen verkörpern will, zum Ausdruck, ebenso wie in der Richtung, die durch jede Mitarbeiterin und jeden Mitarbeiter unterstützt wird.

Digitale Kultur hilft uns auch, Talente an uns zu binden

Heute ist die Digitaltechnik absolut unverzichtbar, so dass jedes Jahr neue Start-ups entstehen, die DNVB, also Digital Native Vertical Brands, genannt werden. Diese Start-ups, die per Definition digital arbeiten, ziehen aufgrund der Flexibilität, die sie bieten, viele neue Talente an.

Digitale Kultur in einer Welt, in der sich alles beschleunigt.

Wir alle haben es schon festgestellt: Wir leben in einer Welt, in der sich alles beschleunigt. In allen Bereichen erleben wir einen heftigen Wettbewerb. Das macht es erforderlich, Prozesse einzurichten, die Ihrem Unternehmen zu Flexibilität, Unmittelbarkeit und Allgegenwärtigkeit verhelfen. 

Das Kräfteverhältnis zwischen Kunden und Unternehmen ist gerade dabei, sich umzukehren: Mit dem Siegeszug der digitalen Welt und allen damit verbundenen Techniken haben Kunden und Interessenten heute Zugang zu einer beachtlichen Anzahl von Optionen, die sie weniger abhängig von einer bestimmten Leistung machen. 

Digitale Kultur muss heute im Zentrum der Bemühungen der Unternehmen stehen. Sie rückt den Verbraucher in den Mittelpunkt der Strategie. Damit sie wirksam sein kann, reicht es nicht, digitale Werkzeuge einzuführen, sondern die gesamte Organisation des Unternehmens muss infrage gestellt werden und es muss alles getan werden, damit jeder Mitarbeiter diese Kultur verkörpert.
Mit ihr öffnet sich das Unternehmen für neue Möglichkeiten und bietet seinen Kunden gleichzeitig Unmittelbarkeit und Allgegenwärtigkeit an.